Obwohl psychische Erkrankungen die dritthäufigste Ursache für Krankschreibungen sind, handelt es sich hierbei leider immer noch um ein Tabu-Thema.

Zwei Drittel aller Arbeitnehmer sind der Meinung, dass ihr Vorgesetzter kein Verständnis für seelische Erkrankungen hat. Das führt dazu, dass psychische Probleme vertuscht werden.

In Österreich leiden mehr als eine Million Menschen unter arbeitsbedingten gesundheitlichen Problemen. Erkrankungen psychischer Art steigen dabei immer weiter an: mehr als 33% aller Diagnosen, die Berufsunfähigkeits- oder Invaliditätspensionen zur Folge haben, lassen sich darauf zurückführen.

Eine aktuelle Umfrage zum Thema „Psychische Belastung am Arbeitsplatz“ untermauert diese erschreckenden Daten der Kammer für Arbeiter und Angestellte. Marketagent.com, ein digitaler Meinungsforscher, führte Interviews mit über 1000 Arbeitnehmern und Personalentscheidern mit dem Ergebnis: zwei Drittel aller Arbeitnehmer würde bei psychischen Problemen versuchen, den wahren Grund für ihr Fehlen in der Arbeit zu vertuschen.

Tabu-Thema
Für rund die Hälfte der Befragten stellen psychische Probleme im Unternehmen ein Tabu-Thema dar. Zwei von drei davon Betroffener vertuschen daher vorsichtshalber einen solchen Krankenstand. Experten schätzen, dass ca. jede dritte Krankschreibung inoffiziell auf psychische Probleme zurückzuführen ist, trotzdem bleibt die Akzeptanz sehr gering.

Gratis-Beratung willkommen
Jeder vierte Befragte gibt an, dass er/sie eine kostenlose, psychologische Beratung im Unternehmen in Anspruch nehmen würden. Vier Fünftel sind der Meinung, dass psychische Leiden im Berufsleben über die letzten zehn Jahre hinweg zugenommen haben. Sogar 95% haben bereits selbst praktische Kenntnisse im Umgang mit Personen mit psychischen Problemen.

Private und berufliche Gründe stellen fast im gleichen Maß eine Ursache für psychische Probleme dar, leider ist dies aber noch nicht zur Gänze in den Chefetagen angekommen: Denn während 58% der Arbeitnehmer berufliche Gründe als Grund für psychische Leiden sehen, stimmen dem nur 41% der Arbeitgeber zu.