Laut Arbeitsschutzgesetz muss der Arbeitgeber eine Gefährdungsbeurteilung durchführen, seit 2014 muss diese auch die psychischen Belastungen enthalten (§ 5 ArbSchG). Damit werden Belastungen bestimmt, die die körperliche und seelische Gesundheit am Arbeitsplatz gefährden. Das können falsche Beleuchtung, Lärm, ungünstige Körperhaltung, aber auch psychische Belastungen wie Zeitdruck, hohe Verantwortung oder mangelnde Unterstützung durch Kollegen sein.

Der Arbeitgeber kann die Gefährdungsbeurteilung selbst durchführen oder fachkundige Führungskräfte damit beauftragen. Fachkräfte für Arbeitssicherheit und Betriebsärzte können dabei beratend zur Seite stehen.

Die Deutsche Gesellschaft für Psychologie fordert jetzt in einem „Positionspapier zu Gefährdungsbeurteilungen psychischer Belastungen“, dabei verstärkt Psychologinnen und Psychologen einzubeziehen. Denn „ein Psychologiestudium, das eine Vertiefung im Fachgebiet Arbeits- und Organisationspsychologie und insbesondere im Schwerpunkt Arbeit und Gesundheit anbietet, vermittelt somit wichtige Handlungsvoraussetzungen für die Durchführung von GBU“ (Gefährdungsbeurteilungen).

„Wir legen allen Entscheidungsträgern nachdrücklich nahe, zur Vermeidung von Fehlbeanspruchungen die Expertise von Psychologinnen und Psychologen bei Gefährdungsbeurteilungen psychischer Belastungen zu nutzen.“ rät der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Psychologie Conny Antoni.

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